Förderung für die Digitalisierung im Handwerk 2026
„Gibt es dafür nicht Förderung?" ist eine der häufigsten Fragen, wenn es um Digitalisierung geht. Die ehrliche Antwort 2026: Den einen großen, bundesweiten Zuschuss gibt es nicht mehr. Es gibt aber mehrere Wege, und welcher passt, hängt stark von eurem Bundesland und eurem Vorhaben ab.
Die ehrliche Ausgangslage
Die beiden bekanntesten Bundesprogramme sind Geschichte: „Digital Jetzt" lief Ende 2023 aus, „go-digital" Ende 2024. Einen direkten Nachfolger als Investitionszuschuss vom Bund gibt es nicht. Übrig bleiben einige Bausteine auf Bundesebene, plus die Programme der Länder.
Zuschuss, Darlehen oder Beratungsförderung?
Drei Begriffe, die oft durcheinandergehen. Ein Zuschuss ist Geld, das ihr nicht zurückzahlt, meist als Anteil an einer Investition. Ein Darlehen ist ein Kredit zu günstigen Konditionen, oft mit Tilgungszuschuss, aber ihr zahlt es zurück. Beratungsförderung übernimmt einen Teil der Kosten für Beratung oder Coaching, nicht für Hard- oder Software. Welcher Topf passt, hängt davon ab, ob ihr Beratung, eine Investition oder Liquidität braucht.
Was es bundesweit gibt
- Zuschuss für Beratung – BAFA. Die „Förderung unternehmerischen Know-hows" bezuschusst Unternehmensberatung je nach Region mit 50 bis 80 Prozent, maximal 1.750 bis 2.800 Euro, noch bis Ende 2026. bafa.de
- Zinsgünstige Kredite – KfW. Der ERP-Förderkredit für Digitalisierung finanziert größere Vorhaben (ab 25.000 Euro) zu vergünstigten Zinsen. Ein Kredit, kein Zuschuss. kfw.de
Was die Bundesländer machen (sehr unterschiedlich)
Echte Investitionszuschüsse laufen heute fast nur noch über die Länder, und da ist die Lage sehr verschieden:
- Bayern: Der Digitalbonus Bayern ist ein echter Zuschuss, bis 7.500 Euro (Plus bis 30.000 Euro), verlängert bis 2027. Neue Anträge sind ab dem 1. Juli 2026 wieder möglich. digitalbonus.bayern
- Baden-Württemberg: Hier gibt es aktuell keinen Zuschuss mehr. Die frühere „Digitalisierungsprämie Plus" ist Mitte 2025 ausgelaufen; der Nachfolger „Digitalisierungsfinanzierung" der L-Bank ist ein zinsverbilligtes Darlehen mit Tilgungszuschuss. l-bank.de
- Nordrhein-Westfalen: Das Programm „Mittelstand Innovativ & Digital" (MID) wurde Anfang 2026 verengt und fördert nur noch die Entwicklung digitaler Produkte (etwa auf KI-Basis), nicht mehr die interne Digitalisierung. Für einen normalen Betrieb meist nicht einschlägig. mittelstand-innovativ-digital.nrw
In den übrigen Ländern gibt es eigene Programme mit eigenen Bedingungen. Den verlässlichsten Überblick gibt die Förderdatenbank des Bundes: dort nach Bundesland und „Digitalisierung" filtern.
Ehrlich gesagt: Für kleine Vorhaben ist der Antragsaufwand manchmal größer als der Zuschuss. Dann lohnt es sich, zuerst zu klären, was sich überhaupt rechnet, und erst bei größeren Investitionen den Blick in die Förderdatenbank zu werfen.
Worauf ihr achten solltet
- Erst beantragen, dann kaufen. Bei den meisten Programmen darf das Vorhaben vor der Bewilligung nicht begonnen sein, sonst gibt es nichts.
- Nur offizielle Quellen. Verlasst euch auf die Förderstellen und die Förderdatenbank, nicht auf Werbeversprechen Dritter.
- Fragt eure Handwerkskammer. Viele Kammern beraten kostenlos zu passenden Programmen.
- Programme ändern sich. Was heute gilt, kann morgen anders sein. Deshalb steht oben ein Stand-Datum.
Wo wir ins Bild passen
Wir sind keine Förderstelle und beantragen nichts für euch. Wir helfen bei der Frage davor: Welche Schritte bringen in eurem Betrieb wirklich etwas? Der kostenlose KI-Check liefert erste Ansatzpunkte, in der Beratung ordnen wir ein, was sich lohnt. Ob eine Beratung über die BAFA-Beratungsförderung bezuschusst werden kann, hängt von den Voraussetzungen und der Anbieter-Zulassung ab. Das klärt ihr am besten direkt mit der jeweiligen Förderstelle.
Erst wissen, was sich lohnt – dann fördern.
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Gibt es 2026 noch Zuschüsse für die Digitalisierung im Handwerk?
Einen großen bundesweiten Investitionszuschuss gibt es nicht mehr. Es gibt einen Zuschuss für Beratung (BAFA), zinsgünstige Kredite der KfW und sehr unterschiedliche Landesprogramme.
Gibt es in Baden-Württemberg einen Digitalisierungs-Zuschuss?
Aktuell nicht. Die Digitalisierungsprämie Plus ist Mitte 2025 ausgelaufen. Es gibt nur noch das zinsverbilligte Darlehen Digitalisierungsfinanzierung der L-Bank mit Tilgungszuschuss.
Was ist aus go-digital und Digital Jetzt geworden?
Beide Bundesprogramme sind ausgelaufen: Digital Jetzt Ende 2023, go-digital Ende 2024. Einen direkten Nachfolger als Bundeszuschuss für Investitionen gibt es nicht.
Wo finde ich verlässliche Infos zu Förderprogrammen?
In der offiziellen Förderdatenbank des Bundes sowie bei eurem Landeswirtschaftsministerium und eurer Handwerkskammer. Auf Werbeversprechen Dritter solltet ihr euch nicht verlassen.
Muss ich den Antrag vor dem Kauf stellen?
Ja, in der Regel vor Maßnahmenbeginn. Bei den meisten Programmen darf das Vorhaben vor der Bewilligung nicht begonnen sein, sonst entfällt der Anspruch.